Berlin, 20.11.2020

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AUSGABE 86

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Liebe Leserinnen und Leser,

 

bis Ende des Jahres wollen sich die EU-Mitgliedsstaaten auf ein neues Klimaziel bis zum Jahr 2030 einigen. Die EU-Kommission hat eine Senkung der Treibhausgasemissionen um mindestens 55 Prozent gegenüber 1990 vorgeschlagen, das Umweltbundesamt hält sogar 60 Prozent für machbar. Auch auf internationaler Ebene werden die Klimaziele immer ambitionierter. In China wurde der Entschluss gefasst, bis 2060 klimaneutral zu sein, in Japan und Südkorea wird dies bis 2050 angestrebt. Spannend bleibt bei der Diskussion um ehrgeizigere Zielsetzungen die Frage nach den Maßnahmen, mit denen diese Ziele erreicht werden können. Die konsequente Bepreisung von CO2 und der Abbau umwelt- und klimaschädlicher Subventionen sind dabei zwei zentrale Baustellen.

 

In Deutschland wird ein CO2-Preis in den Bereichen Wärme und Verkehr im Januar 2021 eingeführt. Einige Punkte der Umsetzung sind noch ungeklärt. Wichtige Rechtsverordnungen wie z.B. die Carbon Leakage-Verordnung stehen noch aus. Zu deren Ausgestaltung haben wir unseren Policy Brief „Wie kann der nationale CO2-Preis zum wirksamen Klimaschutzinstrument werden?“ erstellt. Darin betonen wir, dass die Ausnahmeregelungen für Unternehmen nicht zu umfassend ausfallen dürfen, um die Wirksamkeit des nationalen CO2-Preises nicht zu schwächen.

Ein EU-weiter CO2-Grenzausgleich, der auch Importgüter mit einem CO2-Preis belegt, könnte das Risiko von Carbon Leakage verhindern und die geplanten Ausnahmeregelungen hinfällig werden lassen. Wie dieser praktisch umgesetzt werden könnte, lesen Sie in unserem Policy Brief „EU Grenzausgleich für den CO2-Preis – Chance für Klimaschutz und Wettbewerb“.


Neben der Bepreisung von CO2 ist der Subventionsabbau die zweite zentrale Baustelle im Klimaschutz. In unserer Studie „Zehn klimaschädliche Subventionen im Fokus: Wie ein Subventionsabbau den Klimaschutz voranbringt und den Bundeshaushalt entlastet“ haben wir ein Ranking zum Subventionsabbau mit dem höchsten Potenzial für Klimaschutz und finanzielle Einnahmen erstellt. Die Reformvorschläge zum Abbau der Subventionen weisen – einzeln betrachtet – ein Einsparpotenzial von insgesamt fast 100 Mio. t CO2e pro Jahr und 46 Mrd. Euro auf. In zwei weiteren Publikationen konzentrieren wir uns auf einzelne Reformansätze. Die Studie „Umdenken! Industrieausnahmen reformieren, Innovationen fördern, Klimaneutralität ermöglichen“ legt den Fokus auf bestehende Industrieausnahmen im Energiesektor. Die Ausnahmeregelungen schaffen keine Anreize für eine energieeffiziente Produktionsweise und konterkarieren Klima-schutzziele. Um Reformansätze im Verkehrsbereich dreht sich alles in der Studie „Klimaschutz im Verkehr: Reformbedarf der fiskalpolitischen Rahmenbedingungen und internationale Beispiele“. Subventionen wie z. B. die günstige Dienstwagenbesteuerung sind nicht nur klimaschädlich, sondern auch sozial ungerecht.

 

Um die Klimaziele zu erreichen, braucht es konkrete Umsetzungspläne und Maßnahmen. Gemeinsam mit Ihnen möchten wir unser Wirtschafts- und Finanzsystem ökologisch verantwortlich und sozial gerecht ausgestalten – Ihre finanzielle Unterstützung hilft uns dabei, unser Wissen an noch mehr Menschen weitergeben zu können und auch politische Vertreter*innen besser zu erreichen. Daher unsere Bitte an Sie: Werden Sie FÖS-Mitglied und/oder unterstützen uns mit einer Spende!

 

Wir wünschen Ihnen eine anregende Lektüre – bleiben Sie gesund!

 

Ihr FÖS-Team


IN EIGENER SACHE

Die FÖS-Geschäftsstelle hat ein neues Gesicht. Seit Oktober ist Carolin Schenuit geschäftsführende Vorständin des FÖS. Die Energieexpertin übernimmt das Amt von Uwe Nestle, der das FÖS die letzten zwei Jahre geleitet hat. Mehr dazu lesen Sie in unserer Pressemitteilung vom 7. Oktober.

Auch in unserem Aufsichtsrat gibt es einige Veränderungen. Wir verabschieden uns von Eike Meyer und danken ihm ganz herzlich für seine langjährige Unterstützung! Wir freuen uns, Edgar Endrukaitis und Katharina Voß neu im Aufsichtsrat begrüßen zu dürfen.

Herzlich Willkommen Carolin, Katharina und Edgar!


UNSERE AKTUELLEN PUBLIKATIONEN

11/2020

10 Klimaschädliche Subventionen im Fokus: Wie ein Subventionsabbau den Klimaschutz voranbringt und den Bundeshaushalt entlastet

Ann-Cathrin Beermann, Swantje Fiedler,
Mario Meyer, Matthias Runkel, Isabel Schrems, Florian Zerzawy


Im Auftrag von Greenpeace e.V.

 

10/2020

EU Grenzausgleich für den CO2-Preis – Chance für Klimaschutz und Wettbewerb

Swantje Fiedler, Ann-Cathrin Beermann


im Rahmen eines Projekts im Auftrag der European Climate Foundation (ECF)

 

10/2020

Wie kann der nationale CO2-Preis zum wirksamen Klimaschutzinstrument werden?

Florian Zerzawy, Isabel Schrems, Swantje Fiedler


im Rahmen eines Projekts im Auftrag der European Climate Foundation (ECF)

 

09/2020

Umdenken! Industrieausnahmen reformieren, Innovationen fördern, Klimaneutralität ermöglichen

Florian Zerzawy, Fabian Liss, Lea Paoli


Im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung


 

09/2020

Bewertung des Entwurfs der Bundesregierung zur Reform der Kfz-Steuer

Holger Bär, Matthias Runkel,
Balthasar Kirchgäßner


Im Auftrag der Bundestagsfraktion
Bündnis 90/Die Grünen


 

09/2020

Gesellschaftliche Kosten der Atomenergie in Deutschland

Isabel Schrems, Swantje Fiedler


Im Auftrag von Greenpeace Energy eG



 

09/2020

Klimaschutz im Verkehr: Reformbedarf der fiskalpolitischen Rahmenbedingungen und internationale Beispiele

Matthias Runkel (FÖS), Johanna Kresin (FÖS), Ruth Blanck (Öko-Institut e.V.), Wiebke Zimmer (Öko-Institut e.V.), Prof. Dr. Stefan Klinski


Im Auftrag des Umweltbundesamtes


 

UNSERE VERANSTALTUNGEN IM RÜCKBLICK

6.10. – Online-Präsentation Policy Brief zum BEHG

In einer Online-Veranstaltung stellten wir die Kernbotschaften unseres Policy Briefs „Wie kann der nationale CO2-Preis zum wirksamen Klimaschutzinstrument werden?“ vor und anschließend zur Diskussion.

1.10. – Online-Workshop EITI – Transparenzbericht über den Rohstoffabbau in Deutschland

Das FÖS begleitet seit 2014 den D-EITI Prozess im Rahmen einer paritätisch besetzten Multistakeholder-Gruppe (MSG) mit Vertreter*innen aus Regierung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Die EITI (Extractive Industries Transparency Initiative) ist eine internationale, freiwillige Initiative von Ländern zur Förderung der Transparenz von Einnahmen und Ausgaben im Rohstoffsektor. Kern von EITI sind regelmäßige Berichte über den Rohstoffsektor. In einem Workshop zusammen mit dem Forum Umwelt und Entwicklung haben wir mit Vertreter*innen entwicklungs- und umweltpolitischer Organisationen darüber diskutiert, wie die EITI-Berichte zu einem Mehrwert für die rohstoffpolitische Arbeit führen können.

18.9. – Fachkonferenz „Let’s talk about it: Erfolgreiche Kommunikation von marktwirtschaftlicher Umweltpolitik“

Die FÖS-Jahreskonferenz fand in diesem Jahr als Hybridveranstaltung online sowie in Berlin statt. Das Thema lautete „Kommunikation von marktwirtschaftlicher Umweltpolitik“. Gemeinsam mit Vertreter*innen aus Politik, Zivilgesellschaft, Forschung und Wirtschaft sprachen wir darüber, wie die Kommunikation von ökonomischen Instrumenten für den Umwelt- und Klimaschutz verbessert werden kann. Hier können Sie den ersten Teil der Veranstaltung nachträglich verfolgen.

FÖS IN DEN MEDIEN

Zeit Online, 11.11.2020

Abbau klimaschädlicher Subventionen würde 46 Milliarden Euro einsparen

Artikel zur FÖS-Studie "Zehn klimaschädliche Subventionen im Fokus: Wie ein Subventionsabbau den Klimaschutz voranbringt und den Bundeshaushalt entlastet"

 

klimareporter, 11.11.2020

G20 stoppen klimaschädliche Subventionen nicht

Artikel zur FÖS-Studie "Zehn klimaschädliche Subventionen im Fokus: Wie ein Subventionsabbau den Klimaschutz voranbringt und den Bundeshaushalt entlastet" u.a., mit Einordnungen von Carolin Schenuit, geschäftsführende Vorständin des FÖS

 

Handelsblatt, 11.11.2020

Greenpeace: Abbau klimaschädlicher Subventionen bringt 46 Milliarden

Artikel zur FÖS-Studie "Zehn klimaschädliche Subventionen im Fokus: Wie ein Subventionsabbau den Klimaschutz voranbringt und den Bundeshaushalt entlastet"

 

klimareporter, 17.10.2020

Belastung fraglich – entlastet wird dennoch

Artikel zum FÖS Policy Brief zum nationalen Emissionshandel

 

klimareporter, 21.9.2020

Sozis wollen Industrierabatte umlenken

Artikel zur FÖS-Studie "Industrieausnahmen reformieren, Innovationen fördern, Klimaneutralität ermöglichen"

 

Utopia, 20.9.2020

Der Atom-Strom kostet uns Billionen

Artikel zur FÖS-Studie "Gesellschaftliche Kosten der Atomenergie in Deutschland" (im Auftrag von Greenpeace Energy eG)

 

SWR Aktuell, 18.9.2020

Greenpeace-Energie-Studie: Atomkraft teurer als jede andere Energieform

Artikel zur FÖS-Studie "Gesellschaftliche Kosten der Atomenergie in Deutschland" (im Auftrag von Greenpeace Energy eG)

 

Taz, 17.9.2020

Reform ohne Effekt

Artikel zur FÖS-Bewertung der geplanten Kfz-Steuerreform (im Auftrag der Grünen)

 

Süddeutsche Zeitung, 17.9.2020

Bundestag beschließt Reform der Kfz-Steuer

Artikel mit Erwähnung der FÖS-Bewertung der geplanten Kfz-Steuerreform (im Auftrag der Grünen)

 

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GESCHÄFTSFÜHRENDE VORSTÄNDIN

Carolin Schenuit

 

AUFSICHTSRAT

Kai Schlegelmilch (Vorsitzender)

Dr. Tobias Ernst (Stellvertreter)

Edgar Endrukaitis

Dr. Botho Kickhöfer

Katharina Voß

BEIRAT

Bundesminister a. D. Hans Eichel (Vorsitzender)

Dr. Anselm Görres (Ehrenvorsitzender)

Ingrid Arndt-Brauer, MdB

Dr. Karl-Heinz Daehre

Dr. Henner Ehringhaus

Prof. Dr. Dr. Felix Ekardt

Sven Giegold, MdEP

Josef Göppel

Dr. Peter H. Grassmann

Ulrich Kelber

Damian Ludewig


Rüdiger Kruse, MdB

Jürgen Maier

Prof. Dr. Dirk Messner

Prof. Dr. Wolfgang Methling

Prof. Dr. Bernd Meyer

Lisa Paus, MdB

Prof. Dr. Dr. F.-J. Radermacher

Max Schön

Mag. Dr. Stephan Schulmeister PD Dr. Ulrich Thielemann

Dr. Michael Thöne

Prof. Dr. E. U. von Weizsäcker

Prof. Dr. Angelika Zahrnt

 
 

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