Berlin, 20. Oktober 2023

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AUSGABE 94

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Liebe Leserinnen und Leser,  


im Rahmen sektorübergreifender Transformationsprozesse gerät die Subventionspolitik der Bundesregierung zunehmend in den Fokus der politischen Debatte. Besonders die Umweltrelevanz verschiedener Subventionen rückt dabei in den Blickpunkt. Doch wie kann der Subventionsbegriff besser definiert und abgegrenzt werden? Welche Reformprozesse sind erforderlich? Und wie können verbraucherseitig die Akzeptanzfaktoren gestärkt werden? Mit diesen und weiteren Themen beschäftigten wir uns im 3. Quartal des Jahres. 


Nach dem Klimaschutzgesetz soll Deutschland bis 2045 klimaneutral werden. Doch klimaschädliche Subventionen hemmen die angestrebte Transformation. Im Bereich der Industrie – dem Sektor mit den zweithöchsten Treibhausgasausstößen – wurden bislang kaum THG-Minderungen erzielt. Simon Meemken und Florian Zerzawy untersuchten für Greenpeace im Rahmen der Studie „Zukunftsplan Industrie - Sofortprogramm für den Abbau klimaschädlicher Subventionen“ bestehende Subventionen und Förderprogramme und identifizierten Ansatzpunkte für eine zukunftsfähige und klimafreundliche Transformation der Industrie.


Auch der Strommarkt steht, bedingt durch den Ausbau erneuerbarer Energien und den steigenden Stromverbrauch, vor einem Umbruch. Marie Wettingfeld und Florian Zerzawy analysierten für den Bundesverband der Verbraucherzentralen und Verbraucherverbände in der Studie „Ein verbraucherfreundliches Strommarktdesign“ verschiedene Instrumente der künftigen Finanzierung des Ausbaus der erneuerbaren Energien aus Sicht der Verbraucher*innen und formulierten Anforderungen an ein verbraucherfreundliches Strommarktdesign.


Instrumente für Klimaschutz können nur dann optimal wirken, wenn sie nicht von klima- und umweltschädlichen Subventionen konterkariert werden. Holger Bär und Florian Peiseler zeigen in einer Studie für die Bertelsmann Stiftung „Durcheinander um den Subventionsbegriff“, wie Reformen dieser Subventionen einen großen Beitrag zu effektiverer Klimapolitik, finanzpolitischen Zielen sowie mehr Verteilungs- und Steuergerechtigkeit leisten können. Die Analyse „Umweltschädliche Subventionen in Luxemburg“ für die luxemburgische Umweltorganisation Mouvement Écologique von Matthias Runkel, Florian Peiseler, Isabel Schrems und Beate Richter stellt einen ersten Schritt für eine systematische Erfassung und Berichterstattung über umweltschädliche Subventionen in Luxemburg dar.


Deutschland steht als größter Milchproduzent innerhalb der EU besonders in der Verantwortung, denn die Milchviehwirtschaft ist Mitverursacher zahlreicher schädlicher Umweltfolgen. Für die Nachhaltigkeitstransformation der Milcherzeugung gibt es bislang jedoch noch keine konkrete Planung. Die Studie „Strukturen des Milchmarktes: Maßnahmen und Instrumente zur Förderung einer nachhaltigen Milcherzeugung“ von Beate Richter und Florian Zerzawy analysiert acht mögliche Instrumente und bewertet diese hinsichtlich ihrer Wirkung auf Umwelt, Klima, Tierwohl, soziale Aspekte und den Umsetzungsaufwand. Dabei ergeben sich marktliche Instrumente, wie eine Futtermittel- und Stickstoffüberschussabgabe aber auch ordnungsrechtliche Ansätze wie eine Reform der Nutztierhaltungsverordnung oder ein Dumping-Verbot, als besonders wirksam für Umwelt, Tierwohl sowie höhere soziale Verträglichkeit für Verbraucher*innen und Erzeuger*innen.


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1 Unsere aktuellen Publikationen

Berlin, 09.2023

Redispatch im deutschen Stromsystem - Hintergründe, Kostenverteilung, Emissionen

Eine nachhaltige Energiewende ist eine Grundvoraussetzung zur Erreichung der Klimaschutzziele. Dabei müssen Stromnetzbetreiber jedoch in das Marktgeschehen eingreifen. Das zieht höhere Kosten sowie Mehremissionen nach sich.


Zur Studie
 

Berlin, 09.2023

Einführung eines Emissionshandelssystems für Gebäude, Straßenverkehr und zusätzliche Sektoren in der EU: Übersicht zur Ausgestaltung des neuen EU-ETS 2

Dieses Hintergrundpapier skizziert zentrale Aspekte des EU-ETS 2, das im Rahmen des ‚Fit for 55‘ Pakets als maßgeblich Stärkung des Europäischen Emissionshandels (EU-ETS) eingeführt wurde. 


Zur Studie
 

Berlin, 09.23

Was Braunkohlestrom wirklich kostet

Die Stromerzeugung aus Braunkohle mag auf den ersten Blick günstig erscheinen. Werden jedoch neben den Stromgestehungskosten auch die nicht-internalisierten externen Kosten sowie die staatlichen Förderungen berücksichtigt, ist die Braunkohle deutlich teurer. Hier stellen wir dar, wie hoch die gesamtgesellschaftlichen Kosten von Braunkohlestrom tatsächlich sind.

Zur Studie
 

Berlin, 09.2023

Stellungnahme zum Thüringer Gesetz über die Beteiligung von Einwohnerinnen und Einwohnern sowie Gemeinden an Windparks (ThürWindBeteilG)


Zur Stellungnahme
 

Berlin, 09.2023

Subventionsbericht - Umweltschädliche Subventionen in Luxemburg

Die Analyse öffentlicher Ausgabenpolitik zeigt immer wieder, dass staatliche Subventionen im Widerspruch zu einer nachhaltigen Finanzpolitik stehen. Die folgende Analyse legt den Fokus auf umweltschädliche Subventionen in Luxemburg. 


Zum Hintergrundpapier
 

Berlin, 09.2023

Zukunftsplan Industrie: Sofortprogramm für den Abbau klimaschädlicher Subventionen

Der Abbau klimaschädlicher Subventionen in der Industrie bietet eine Chance für eine klimagerechte Transformation. Die Kurzstudie untersucht bestehende Subventionen sowie Förderprogramme und identifiziert Ansatzpunkte für eine zukunftsfähige und klimafreundliche Transformation der Industrie.

Zur Studie
 

Berlin, 08.2023

Ein verbraucherfreundliches Strommarktdesign

Dieses Gutachten diskutiert verschiedene Instrumente der künftigen Finanzierung zum Ausbau erneuerbarer Energien aus Sicht der Verbraucher*innen, formuliert Anforderungen an ein verbraucherfreundliches Strommarktdesign, analysiert die Vorschläge der EU zur Anpassung des Marktdesigns und gibt Empfehlungen für ein verbraucherfreundliches Strommarktdesign.

Zur Studie
 

Berlin, 08.2023

Strukturen des Milchmarktes: Maßnahmen und Instrumente zur Förderung einer nachhaltigen Milcherzeugung

Als größter Produzent der EU, steht Deutschland bei der Transformation des Milchsektors besonders in der Verantwortung. Die Studie analysiert acht politische Instrumente und bewertet diese hinsichtlich ihrer Wirkung u.a. auf Umwelt, Klima, Tierwohl und soziale Aspekte.

Zur Studie
 

Berlin, 08.2023

Durcheinander um den Subventionsbegriff

Kritik an nicht nachhaltiger Subventionspolitik prägt aktuelle politische Debatten in Deutschland wie auch international. Gleichzeitig werden klimaschädliche Subventionen trotz politischer Bekenntnisse kaum reformiert. Was dies mit den definitorischen Grundlagen – was eine (umweltschädliche) Subvention ist – zu tun hat, beleuchtet diese Studie.

Zur Studie
 

Berlin, 07.2023

Wie Braunkohle staatlich gefördert wird

Damit Deutschland seine Klimaziele erreichen kann, braucht es einen schnellen Kohleausstieg. Trotzdem fließen immer noch staatliche Gelder in die Förderung von Braunkohle.

Diese Studie analysiert, wie und in welchem Umfang Braunkohlestrom staatlich gefördert wird und wie das auch Stromkund*innen betrifft. 


Zur Studie
 

Berlin, 06.2023

Green taxation in non-OECD countries - A review of experience and lessons learned

Für Nicht-OECD Länder bergen grüne Steuerreformen und Umweltsteuern ein großes Potenzial. Dieser Bericht stellt praktische Beispiele aus verschiedenen Regionen vor und zeigt welche Lehren aus bestehenden Umweltsteuerinstrumenten gezogen werden können. 

Zur Studie 
2 Veranstaltungen

Umweltforum, Pufendorfstraße 11, 10249 Berlin                    27. 09.2023, 09:00 bis 20:00 Uhr

2. Deutscher Klimatag

Beim 2. Deutscher Klimatag: Die Zeit der Umsetzung ist jetzt! - einer Veranstaltung der Klima-Allianz diskutierten Expert*innen aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft, wie Klimagerechtigkeit gemeinsam als Gesellschaft umgesetzt werden kann. 

Carolin Schenuit diskutierte gemeinsam mit Kathrin Henneberger, MdB (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN), Frederik Moch (DGB), Daniel Mittler, (Finanzwende) und Anna-Lena Guske zum Thema „Finanzpolitik in der Klimakrise: Wie finanzieren wir die sozial-ökologische Wende?“. Florian Zerzawy brachte seine Expertise zu umweltschädlichen Subventionen auf dem Podium "Bremsklotz für Klimaschutz und Gerechtigkeit: Wie weiter mit klimaschädlichen Subventionen?"  mit Astrid Schaffert (Caritas), Timon Gremmels, MdB (SPD) und Sophia Schönborn (Industriegewerkschaft IGBCE) ein. 

Zur Live-Aufzeichnung 
 

Webinarreihe - DIGITAL                                                                                     19.09. -, 31.08. -, 10.08. 2023 

Webinarreihe zum Verbändeförderprojekt

Zum abgeschlossenen Verbändeförderprojekt "Ökologisch-Soziale Verkehrswende – Impulse für eine gerechte Transformation während und nach der Krise"  fand eine Webinarreihe statt, in deren Rahmen sich diverse Umwelt- und Sozialverbänden zu den Themen Reform der Dienstwagenbesteuerung, CO2-basierte Neuzulassungssteuer und Reform der Entfernungspauschale ausgetauscht haben. 

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STATION Berlin, Luckenwalder Str. 4-6, 10963 Berlin                  8.09. 2023 10:00 - 10:45  Uhr

Wie sieht die Zukunft des ÖPNV aus? 

Auf der Plattform Zukunft Nah Verkehr der Deutschen Bahn diskutierte Matthias Runkel gemeinsam mit Alexander Kaas Elias (Sprecher für Bahn, ÖPNV und Multimodalität
Verkehrsclub Deutschland e.V.), Josephine Nehring (HTW Berlin) und Nari Kahle (Mobilität in Bewegung) auf dem Podium "Mobilität für alle".


Zur Aufzeichnung 
 

Webinar - DIGITAL                                                                                                26.07.2023, 15:30 - 17:00 Uhr

Wie wird der Bundeshaushalt nachhaltig? Das Konzept der Bundesregierung für ein SDG-Budgeting und die Rolle der Zivilgesellschaft

Im Rahmen des Webinars stellte Holger Bär die zentralen Ergebnisse der Studie "Was kann das SDG Budgeting der Bundesregierung leisten?" vor. Anschließende diskutierten Expert*innen Marianne Lotz (WWF Deutschland), Jacqueline Cottrell (Green Budgeting), Max Kolbe (NABU) und Holger Bär darüber, wie sich die Zivilgesellschaft in den laufenden Entwicklungsprozess für ein Green bzw. SDG-Budgeting in Deutschland einbringen kann. 

Vortrag Studienergebnisse
3 FÖS in den Medien 

Wir freuen uns, dass unsere Arbeit auch immer wieder  journalistisch aufgegriffen wird. Wenn Sie Interesse an der Berichterstattung über das FÖS haben, schauen Sie sich hier unsere Rubrik FÖS in den Medien an. 

 

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GESCHÄFTSFÜHRENDE VORSTÄNDIN

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AUFSICHTSRAT

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Andreas Burger

Tilman Eichstädt

Edgar Endrukaitis

Damian Ludewig

Peter Ugolini-Schmidt

 

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