Berlin, 03. Juni 2026

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AUSGABE 104

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Liebe Leserinnen und Leser,

 

die Haushaltslage bleibt weiter angespannt: Bis 2030 fehlen im Bundeshaushalt rund 140 Milliarden Euro. Auch mit dem Sondervermögen „Infrastruktur und Klimaneutralität“ (SVIK) reichen die Mittel nicht aus, um den Bedarf für Klimaschutz und Modernisierung zu decken. Gleichzeitig beschließt die Bundesregierung immer weitere Steuererleichterungen für fossile Energie: Der befristete Tankrabatt gilt seit Anfang Mai und die Luftverkehrssteuer soll sogar unbefristet wieder gesenkt werden. Das reißt weitere Löcher in den Haushalt und signalisiert den Verbraucher:innen, dass die Kostenrisiken fossiler Mobilität von ihnen ferngehalten werden.

Es gäbe bessere Optionen: Die Reform von acht klimaschädlichen Subventionen mit einem jährlichen Umfang von derzeit rund 35 Mrd. Euro könnte Mittel für Umwelt- und Klimaschutz freisetzen. Auch bei privaten Investitionen lässt sich mit vergleichsweise geringem Mitteleinsatz viel bewegen, z.B. mit öffentlichen Garantien und Klimasparplänen. 

 

Angesichts der geopolitischen Spannungen ist der aktuelle Kurs des Energieministeriums besonders besorgniserregend. In der Energiepolitik soll der Rückwärtsgang eingelegt werden: Netzpaket, Reform des EEG und der Ausbau von Gaskraftwerken ohne Vorgaben zu Wasserstofffähigkeit setzen falsche Anreize. Statt Planungssicherheit für die Energiewende entstehen neue Investitionsrisiken für Wind- und Solarprojekte. Dabei haben die Entwicklungen der letzten Monate gezeigt, wie verwundbar uns unsere Abhängigkeit von fossilen Energieträgern macht. Besonders betroffen sind diejenigen, die schon vorher die steigenden Heiz-, Lebensmittel- und Spritkosten kaum tragen konnten und jetzt noch mit zusätzlichen Kostensteigerungen kämpfen müssen.

 

Warum mehr Gaskraftwerke schon rein rechnerisch keine tragfähige Strategie für Versorgungssicherheit sind, wie wir den Klimaschutz trotz knapper Kassen voranbringen und mit klug gestalteten Klimaschutzmaßnahmen zugleich soziale Teilhabe stärken, zeigen wir in unseren aktuellen Publikationen:

  • Privates Kapital Mobilisieren: Potenziale für zusätzliche Klimafinanzierung?
  • Teure Option für die Versorgungssicherheit: Die wahren Kosten von Strom aus Erdgas
  • Soziale Gestaltung von Klimaschutzmaßnahmen im Kontext von Energie-, Mobilitäts- und Ernährungsarmut
  • Repurposing von Subventionen - Staatliche Begünstigungen auf Klimaschutz und Wohlstand ausrichten

Wir wünschen ein gute und informative Lektüre. 

 

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Herzliche Grüße,

Ihr FÖS-Team 

 

1. Unsere aktuellen Publikationen
Energie

Berlin, 03.2026

Teure Option für die Versorgungssicherheit: Die wahren Kosten von Strom aus Erdgas

Im Rahmen der Kraftwerksstrategie plant Deutschland den Neubau zahlreicher Erdgaskraftwerke zur Sicherung der Stromversorgung. Diese Kurzstudie analysiert die tatsächlichen Kosten dieser Strategie. Die Ergebnisse zeigen, dass die gesamtgesellschaftlichen Kosten neuer Gaskraftwerke deutlich höher liegen als häufig angenommen und stark von der Entwicklung der Gaspreise abhängen. 

Zur Kurzanalyse
Ökologische Finanzreform

Berlin, 04.2026

Privates Kapital Mobilisieren:
Potenziale für zusätzliche
Klimafinanzierung?

Trotz beschlossener Sondervermögen reichen die verfügbaren Mittel nicht aus, um die Finanzierungslücke im Klimaschutz zu schließen. Es stellt sich daher die Frage, wie zusätzliche Mittel für die Klimaschutzfinanzierung mobilisiert werden können. Dieses Hintergrundpapier analysiert die bestehenden Finanzierungsbedarfe, beleuchtet die Rolle von öffentlichem und privatem Kapital und zeigt auf, mit welchen Instrumenten private Investitionen für den Klimaschutz gehebelt werden können.

Zum Hintergrundpapier
Verkehr, Energie & Landwirtschaft

Berlin, 03.2026

Soziale Gestaltung von Klimaschutzmaßnahmen im Kontext von Energie-, Mobilitäts- und Ernährungsarmut

Viele Klimaschutzmaßnahmen gehen mit Verteilungswirkungen einher und beeinflussen teils direkt die Kosten zentraler Lebensbereiche. Dadurch kann sich das Armutsrisiko in den Bereichen Energie, Mobilität und Ernährung zunächst erhöhen. Die vorliegende Studie identifiziert Maßnahmen zur Verringerung von Energie-, Mobilitäts- und Ernährungsarmut und untersucht, wie diese so ausgestaltet werden können, dass sie soziale Teilhabe stärken und zugleich wirksam zum Klimaschutz beitragen.

Zur Studie
Weitere Publikationen
  • Öffentliche Gewährleistungen gezielt für Transformationsinvestitionen nutzen
  • Factsheet: Öffentliche Gewährleistungen
  • Klimasparplan umsetzen und Bürger:innenkapital gezielt für Klimaschutz mobilisieren
  • Factsheet: Klimasparplan 
  • Repurposing von Subventionen - Staatliche Begünstigungen auf Klimaschutz und Wohlstand ausrichten
  • Marktwirtschaftliche Anreize stärken und öffentliche Finanzen klimagerecht ausrichten - (Dazu die Stellungnahme des FÖS im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung zum Klimaschutzprogramm der Bundesregierung )
2. Veranstaltungen

Sechster Sozial-Klimarat, Berlin - 07.05.2025

Beim sechsten Sozial-Klimarat in Berlin, der unter der Leitfrage „Wie schaffen wir soziale Sicherheit in der Transformation?“ stand, hielt Carolin Schenuit eine Keynote zum Thema „Tankrabatt, Mobilitätsgeld, Übergewinnsteuer – welche Maßnahmen wirken in der fossilen Energiepreiskrise?“.

Zum Veranstaltungsrückblick

Berliner Energietage , online - 15.04.2025

Im Rahmen der Energietage 2026 haben wir uns in unserer Veranstaltung „Wie stärkt soziale Gerechtigkeit die Klimapolitik? Energie-, Mobilitäts- und Ernährungsarmut im Blick“ der zentralen Frage gewidmet, wie Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit zusammen gedacht werden können. Dr. Benjamin Held (FEST Heidelberg) erläuterte in seinem fachlichen Impuls, was Menschen tatsächlich zum Leben brauchen. Anschließend gab Sabrina Greifoner (FÖS) Einblicke in unsere neue Studie „Soziale Gestaltung von Klimaschutzmaßnahmen“.

In der abschließenden Paneldiskussion diskutierten Martha Marik (Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband), Astrid Schaffert (Zukunft KlimaSozial) und Carina Lichtenberg (vzbv NRW) darüber, wie Klimaschutzmaßnahmen Menschen wirklich erreichen können.

Zur Veranstaltung

Kickoff Besser: Essen, Neumarkt - 12.03.2025

Gemeinsam mit unseren Projektpartnern der Technische Hochschule Nürnberg, Georg Simon Ohm, Munich Business School und unseren Praxispartnern Hotel Luise, dem Studierendenwerk Nürnberg-Erlangen, dem Institut für Lebensmittelkultur Otto Geisel und OMMAX fand in Neumarkt der Auftact unseres  vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat geförderten Verbundprojektes Besser: Essen statt. Im Fokus unseres Kennenlernens stand vor allen die Frage, wie Wissenschaft und Praxis bestmöglich voneinander profitieren können.

Zum Projekt

Studien-Launch: "Soziale Gestaltung von Klimaschutzmaßnahmen im Kontext von Energie-, Mobilitäts- und Ernährungsarmut", online - 04.03.2026

Im Rahmen des Launches unserer neuen Studie "Soziale Gestaltung von Klimaschutzmaßnahmen im Kontext von Energie-, Mobilitäts- und Ernährungsarmut" berichteten die Autor*innen Dr. Beate Richter, Matthias Runkel und Sabrina Greifoner über die Wechselwirkungen zwischen Klimaschutz und Armutsbekämpfung in den Bereichen Energie, Mobilität und Ernährung. Dabei analysierten sie, wie soziale und klimapolitische Ziele systematisch zusammengedacht werden können.

Anschließend diskutierten sie mit den Teilnehmenden, welche Ansätze für eine sozial gerechte Ausgestaltung der Transformation tatsächlich wirksam sein können.

Zur Vorstellung der Studienergebnisse

Naturkapital als Wirtschaftsfaktor – Impulse für die Wohlstandsmessung und nachhaltiges Wirtschaften, VKU Forum, Berlin - 03.02.2025

Auf der Veranstaltung „Naturkapital als Wirtschaftsfaktor – Impulse für die Wohlstandsmessung und nachhaltiges Wirtschaften“ im VKU Forum Berlin diskutierten wir zentrale Herausforderungen bei der Integration von Natur in wirtschaftliche Kennzahlen, mögliche Schritte hin zu einer biodiversitätsfreundlicheren Wirtschafts- und Berichterstattung sowie die Frage, wie sich Ökosystemleistungen besser sichtbar machen lassen.

Mit Impulsen von Dr. Eckart von Hirschhausen (Stiftung Gesunde Erde – Gesunde Menschen) zur gesellschaftlichen und ökonomischen Bedeutung von Ökosystemleistungen sowie von Dr. Nicola Brandt (OECD) zur Einordnung von Naturkapital in makroökonomische Messsysteme wurde das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet.

Im Anschluss präsentierten Dr. Beate Richter, Dr. Karsten Grunewald, Dr. Benjamin Held und Roland Zieschank die Ergebnisse des Projekts „Biodiversitätsfreundliches Wirtschaftswachstum“.

Abschließend diskutierten Claudia Kister, Katarina Wagner, Prof. Dr. Stefan Heiland und Prof. Dr. Bernd Hansjuergens, moderiert von Carolin Schenuit, über die Relevanz von Biodiversität für Unternehmen, Finanzmärkte und die wirtschaftliche Berichterstattung.

Zum Projekt 

Jenseits der Gießkanne - Instrumente für eine sozial-gerechte E-Mobilität, Berlin - 17.01.2025

Auf der Veranstaltung "Jenseits der Gießkanne - Instrumente für eine sozial gerechte E-Mobilität" des Paritätischen Gesamtverbandes hielt Matthias Runkel einen Impulsvortrag zum Thema „E-Mobilität auf Erfolgskurs bringen - Instrumente für eine sozialgerechte Antriebswende“.

Zur Veranstaltung 
3. FÖS in den Medien

Wir freuen uns, dass unsere Arbeit auch immer wieder journalistisch aufgegriffen wird. Hören und schauen Sie gerne rein.  

 

In Ihrem Gastbeitrag "Eine Billionenchance für Deutschland: Garantien statt Stillstand" in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zeigt Carolin Schenuit welches enorme Potenzial staatliche Garantien haben, private Investitionen in Klimaschutz und Transformation zu fördern. Hinweis: Der Artikel ist hinter einer Paywall verfügbar

 

In seiner Rezension "Warnruf zur aktuellen Energiepolitik" bei Sonnenseite gibt unser Aufsichtsratsvorsitzender Kai Schlegelmilch Einblicke in das jüngste Werk von Claudia Kemfert „Kurzschluss: Wie wir unsere Energiezukunft verspielen“ . 

 

Weitere Interviews, Artikel und Gastbeiträge finden Sie bei FÖS in den Medien.

FÖS in den Medien
 

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GESCHÄFTSFÜHRENDE VORSTÄNDIN

Carolin Schenuit

 

AUFSICHTSRAT

Kai Schlegelmilch (Vorsitzender), Andreas Burger, Tilman Eichstädt, Edgar Endrukaitis, Charlotte Kroher, Prof. Dr. Anabel Ternés von Hattburg, Peter Ugolini-Schmidt

 

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+49 (0)30 762 399 1-30
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Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft

(FÖS) e.V.

Invalidenstraße 34, 10115 Berlin

Gemeinnützig zur Förderung von Wissenschaft und Forschung, Umweltschutz einschließlich des Klimaschutzes laut Finanzamt für Körperschaften I, Berlin vom 21.10.2022, Steuernummer 27/640/58099