Für den Klimaschutz und die Modernisierung der deutschen Wirtschaft sind jährlich über 100 Milliarden Euro nötig. Gleichzeitig bleiben private Vermögen von rund 10 Billionen Euro weitgehend ungenutzt für nachhaltige Investitionen. Ein neuer Policy Brief des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) zeigt, wie die Bundesregierung dieses Kapital mit einem „Klimasparplan für alle“ gezielt mobilisieren könnte.
Instrument mit Breitenwirkung: Klimasparplan „für alle“
Das FÖS greift mit dem Policy Brief einen Vorschlag des Sustainable Finance Beirats von 2024 auf. Bisher richten sich staatliche Angebote für nachhaltige Investitionen vor allem an Kapitalmärkte und institutionelle Investoren. Ein Klimasparplan könnte diese Lücke schließen und ein Angebot für breite Bevölkerungsschichten schaffen. Der Plan wäre ein langfristiges Sparprodukt, das Banken, Versicherungen und Fondsgesellschaften anbieten können. Verschiedene Produkte mit unterschiedlichen Risiko- und Renditeprofilen wären möglich, von sicheren Anlagen mit Kapitalgarantie bis zu renditestärkeren, risikoreicheren Optionen. Der Staat würde verbindliche Nachhaltigkeitskriterien festlegen und steuerliche Anreize bieten. Ein ähnliches Modell existiert bereits in Frankreich mit dem „Plan Épargne Avenir Climat (PEAC)“.
„Der große Vorteil eines Klimasparplans liegt in seiner Einfachheit und Verständlichkeit“, sagt Hana van Loock, Co-Autorin des Policy Briefs. „Ein gemeinsames Label und klare staatliche Rahmenbedingungen können Vertrauen schaffen und nachhaltiges Investieren auch für Menschen attraktiv machen, die bislang wenig Erfahrung mit Geldanlagen haben.“
Großes Potenzial bei privaten Vermögen bislang kaum genutzt
Ein Blick auf das Geldvermögen privater Haushalte in Deutschland zeigt, warum ein solches Instrument nötig ist. Private Vermögen von bis zu 10 Billionen Euro liegen größtenteils in Bankeinlagen oder Bargeld und fließen kaum in nachhaltige Investitionen. Der Markt für nachhaltige Finanzprodukte wächst zwar, doch viele Haushalte empfinden diese Anlagen als komplex und schwer vergleichbar. Rund die Hälfte aller Haushalte kann sich Investitionen in grüne Finanzprodukte vorstellen, tatsächlich nutzt aber nur etwa jeder siebte Haushalt entsprechende Angebote.
„Die Deutschen verfügen über erhebliche private Vermögen, die bislang nur in geringem Maße zur Finanzierung von Klimaschutz und Nachhaltigkeit beitragen. Mit einem Klimasparplan kann die Bundesregierung diese Mittel gezielt aktivieren und Bürgerinnen und Bürger direkt an der nachhaltigen Entwicklung beteiligen. Staatliche Investitionen können damit unterstützt und skaliert werden.“, erklärt Carolin Schenuit, geschäftsführende Vorständin des FÖS.
Klare politische Rahmenbedingungen ermöglichen größte Wirkung
Das FÖS empfiehlt klare Nachhaltigkeitsstandards, transparente Wirkungsberichte und steuerliche Vorteile, besonders für Kleinsparer. Zudem braucht ein erfolgreicher Rollout des Klimasparplans mehr Finanzbildung und leicht verständliche Informationsangebote.
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Das Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft e.V. (FÖS) ist ein überparteilicher und unabhängiger politischer Think Tank. Es engagiert sich seit 1994 für eine Weiterentwicklung der sozialen Marktwirtschaft zu einer ökologisch-sozialen Marktwirtschaft und ist gegenüber Entscheidungsträger:innen und Multiplikator:innen Anstoßgeber und Konsensstifter. Das FÖS setzt sich für eine kontinuierliche ökologische Finanzreform ein, die die ökologische Zukunftsfähigkeit ebenso nachhaltig verbessert wie die Wirtschaftskraft.
Pressekontakt: Carolin Schenuit, Geschäftsführende Vorständin
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