Berlin, 30. Oktober 2026

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Liebe Leserinnen und Leser,

 

Tankrabatt statt gezielter Entlastung, Kürzungen beim Klima- und Transformationsfonds und ein eingefrorener CO₂-Preis: Die aktuelle Haushaltspolitik der Bundesregierung setzt fragwürdige Prioritäten. Während weitere Milliarden in klimaschädliche Anreize fließen, fehlen weiterhin wichtige Impulse für eine sozial gerechte Transformation.

Nicht zuletzt der Hitzesommer hat gezeigt, wie dringend Investitionen in eine zukunftsfähige Wirtschaft und Daseinsvorsorge sind. Kommunen müssten in Klimaschutz und Klimaanpassung investieren, doch kämpfen stattdessen mit Rekorddefiziten und schrumpfenden Handlungsspielräumen. Um diese Herausforderungen zu bewältigen, braucht es eine konsistentere und zukunftsfähige Finanzpolitik.

 

Stattdessen schwächt die Bundesregierung mit Eingriffen in den Emissionshandel ein zentrales klimapolitisches Steuerungsinstrument, verteilt Geld mit der Gießkanne und schwächt damit notwendige Investitionssignale. Auch durch die Förderung neuer Gaskraftwerke drohen erhebliche Klimafolgekosten, weil Methanemissionen entlang der Lieferketten nicht ausreichend berücksichtigt werden.


Dabei gibt es konkrete Ansätze, den Haushalt zukunftsfähiger zu gestalten: Wir haben neue Zahlen erhoben, dass der Umfang klimaschädlicher Subventionen im Bundeshaushalt seit 2018 bei etwa 66 Mrd. € pro Jahr liegt. Die Bundesregierung verpasst es seit Jahren, hier sinnvolle Reformprozesse anzustoßen. Darüber hinaus ließen sich wichtige Mittel mobilisieren, wenn die Kosten der Transformation gerechter auf alle Teile der Gesellschaft verteilt würden. Denn während Menschen mit sehr hohen Vermögen besonders hohe Emissionen verursachen, beteiligen sie sich - staatlich legitimiert - bislang unterproportional an den gesellschaftlichen Folgekosten und Zukunftsinvestitionen.

 

Welche Reformen bei klimaschädlichen Subventionen möglich wären, wie eine Vermögensteuer auf sehr hohe Vermögen Investitionslücken in den Kommunen schließen könnte,  welche zusätzlichen Klimafolgekosten durch neue Gaskraftwerke drohen und welche Gesundheitsfolgen und -kosten die Nitratbelastung durch Überdüngung im Trinkwasser verursachen kann, zeigen unsere aktuellen Publikationen:

  • Klima-Subventionsbericht 2026 - Quantifizierung, Wirkung und Reform klimaschädlicher Subventionen in Deutschland
  • Wege aus der kommunalen Finanznot - Wie eine Vermögensteuer für Hochvermögende die Kommunen stärken kann
  • Klimabilanz neuer Gaskraftwerke: Treibhausgasemissionen und versteckte Kosten bis 2045
  • Nitrat – ein unterschätztes Gesundheitsrisiko

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Ihr FÖS-Team 

 

1. Unsere aktuellen Publikationen
Ökologische Finanzreform

Berlin, 06.2026 - 09.2026

Wege aus der kommunalen Finanznot - Wie eine Vermögensteuer für Hochvermögende die Kommunen stärken kann

Die Studienreihe „Wege aus der kommunalen Finanznot“ untersucht, wie eine Besteuerung sehr hoher Vermögen dazu beitragen könnte, die finanziellen Spielräume von Städten und Gemeinden zu erweitern. Anhand von Fallstudien zu Bremen, Halle, Pirmasens und München analysiert sie das Potenzial zusätzlicher Einnahmen, um kommunale Investitionen in soziale Infrastruktur, bezahlbaren Wohnraum und Klimaschutz zu ermöglichen.

Zur Hauptstudie
Verkehr, Energie & Landwirtschaft

Berlin, 09.2026

Klima-Subventionsbericht 2026 - Quantifizierung, Wirkung und Reform klimaschädlicher
Subventionen in Deutschland

Rund 66 Milliarden € pro Jahr gewährt der deutsche Staat an klimaschädlichen oder zumindest teilweise klimaschädlichen Subventionen. Das sind gut 14 Prozent des Bundeshaushalts. Der größte Teil dieser staatlichen Vergünstigungen bezieht sich auf den Verkehrssektor, es folgen die Bereiche Energie und Land- und Forstwirtschaft. Eine sinnvolle Reform der entsprechenden Regelungen würde sich dreifach auszahlen: für den Klimaschutz, für eine Entlastung des Staatshaushalts und für mehr soziale Gerechtigkeit.

Zur Studie
Energie

Berlin, 08.2026

Klimabilanz neuer Gaskraftwerke:
Treibhausgasemissionen und
versteckte Kosten bis 2045

Die Analyse untersucht die Klimafolgekosten der im StromVKG vorgesehenen Förderung neuer Gaskraftwerke. Sie zeigt, dass Methanemissionen entlang der Erdgas-Lieferketten die Treibhausgaswirkung der Kraftwerke um bis zu 50 Prozent erhöhen und bis 2045 nicht-internalisierte Klimafolgekosten von bis zu 127 Mrd. € entstehen können. Die Studie empfiehlt technologieoffene Ausschreibungen, verbindliche und frühzeitige Vorgaben für die Umstellung auf grünen Wasserstoff sowie eine konsequente Regulierung der Methanemissionen.

Zur Analyse
Landwirtschaft

Berlin, 10.2026

Nitrat – ein unterschätztes Gesundheitsrisiko

Welche gesundheitlichen und gesellschaftlichen Kosten entstehen durch Nitrat im Trinkwasser? Unsere Studie untersucht den Zusammenhang zwischen landwirtschaftlicher Überdüngung, Nitratbelastung und Darmkrebs. Internationale Studien weisen auf erhöhte Risiken bereits unterhalb des geltenden Grenzwerts hin. Basierend auf den dort entwickelten Erkenntnissen schätzen wir die direkten und indirekten Kosten auf rund 140 Millionen € jährlich und verdeutlichen, warum die Verringerung landwirtschaftlicher Stickstoffüberschüsse für die gesundheitliche Vorsorge relevant ist.

Zur Analyse
Weitere Publikationen
  • Rohstoffpolitik zwischen Versorgungssicherheit und Ressourcenschonung - Ökonomische Instrumente für eine nachhaltige und resiliente Rohstoffstrategie
  • Mythos Reichweitenangst - Ein Blick in den Rückspiegel
  • Understanding the Climate Debt of Extreme Wealth
  • Zu viel Geld für unwirtschaftliche Autobahnprojekte
  • Eingefrorener CO₂-Preis 2027 – gebremster Klimaschutz, entgangene Milliarden
  • Ausgestaltung einer Klimaprämie in Deutschland – Möglichkeiten und Wirkungen einer Staffelung nach Einkommen oder Regionen
  • Gutachten und ad-hoc Stellungnahmen zum rechtssicheren Übergang vom nEHS zum EU-ETS 2
  • Effizienzpotenziale heben, Subventionen umgestalten
  • Finanzierungsbedarfe für Klima-, Naturschutz & Kreislaufwirtschaft
  • Halle (Saale) – Finanzen auf sichere Beine stellen
  • Bremen – Finanzen auf sichere Beine stellen
  • Pirmasens – Finanzen auf sichere Beine stellen
  • München – Finanzen auf sichere Beine stellen
2. Veranstaltungen

Konferenz: Ökologisch-soziale Marktwirtschaft im Gegenwind, Fürth - 10.10.2026

Gemeinsam mit dem Bund Naturschutz Bayern und dem BUND luden wir ein ins Ludwig-Erhard-Zentrum und diskutierten mit über 80 Vertreter*innen aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft darüber, wie Resilienz und Akzeptanz der ökologisch-sozialen Marktwirtschaft gerade in schwierigen Zeiten gestärkt werden können. Carolin Schenuit wirkte mit als Moderatorin, Impulsgeberin und Panelistin.

Zum Veranstaltungsrückblick

FÖS-Workshopreihe "Budget Explained", Berlin - 05.06.2026, 14.08.2026 & 12.09.2026 

In unserer Veranstaltungsreihe "Budget Explained" sprechen Holger Bär, Jana Leutner und Hana van Loock mit Akteuren der Zivilgesellschaft über den Haushaltsprozess.  Ziel des Projekts ist es, zivilgesellschaftliche Organisationen dabei zu unterstützen, finanz- und haushaltspolitische Entscheidungen besser zu verstehen und gemeinsam wirksam für Klima- und Umweltbelange einzutreten. 

Zum Projekt 

Grüne Ortsgruppe Stemmen, Stemmen - 12.06.2026

Bei der Podiumsdiskussion "Der bessere Umgang mit Steuergeld! - Wo sind die Stellschrauben?", organisiert von der Grünen Ortsgruppe Stemmen, diskutierte Jana Leutner mit Gerald Heere (Finanzminister Niedersachsen) und Stefan Fuchs (OB Rotenburg) zur kommunalen Finanznot. 

Im Video

Tagesspiegel Background Fachkonferenz Agrar & Ernährung, Berlin - 07.07.2026

Bei der Fachkonferenz des Tagesspiegels diskutierte Beate Richter in dem Panel "Ernährung 2035: Wie verbinden wir sichere Versorgung mit Gesundheit und sozialer Gerechtigkeit?“ mit Christiane Seidel (Verbraucherzentrale) und Ingo Stryck (Wiesenhof) über Wege zu einem resilienten Agrar- und Ernährungssystem, das Ernährungssicherheit mit Gesundheit und sozialer Teilhabe verknüpft. 

Austausch mit Beijing Municipal Finance, Berlin - 03.09.2026

Holger Bär tauschte sich mit einer chinesischen Delegation von Beijing Municipal Finance über öffentliche Finanzen und grüne Transformation aus. Im Mittelpunkt des Gesprächs standen die Fragen: Wie können öffentliche Einnahmen und Ausgaben stärker an Umwelt- und Klimazielen ausgerichtet werden, wie funktioniert das in Deutschland? Wie können Finanzpolitik und öffentliche Haushalte dazu beitragen, Investitionen in Klimaschutz und Transformation zu unterstützen? 

Mehr dazu

Jahreskonferenz Zukunft KlimaSozial, Berlin - 08.09.2026

Bei der Konferenz "Sozial kann Klima: Wege zu einer klimaorientierten Sozialpolitik" von Zukunft KlimaSozial hielt Matthias Runkel einen Vortrag im Rahmen des Workshops "Mobilitätsarmut für Sozialleistungsbeziehende überwinden".

 

GCET27, Berlin - 14./15.09.2026

Bei der 27th Global Conference on Environmental Taxation, organisiert vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, präsentierten Jana Leutner und Holger Bär ihre Studien zu den Klimawirkungen extremen Reichtums und der Frage, wie Haushaltsreformen Klimapolitik in Südostasien vorantreiben könnten. Außerdem hielt FÖS-Aufsichtsratsvorsitzender Kai Schlegelmilch einen Vortrag mit dem Titel "Environmentally Harmful Subsidies in Germany – Successes, Failures and Challenges". 

Circular Economy Congress, Saarbrücken - 16.09.2026

Beim Circular Economy Congress hielt Simon Niesen-Meemken im Rahmen des Workshops "Nachhaltige Metallurgie im Dialog (Teil 2): Bedingungen für funktionierende Kreislaufführung" einen Impulsvortrag zu den ökonomischen Rahmenbedingungen für Sekundärmetallmärkte.

VDW-Tagung: Energiesouveränität – Versorgungssicherheit, Geopolitik und Resilienz, Berlin - 05.10.2026

Auf der Tagung "Energiesouveränität – Versorgungssicherheit, Geopolitik und Resilienz" der Vereinigung Deutscher Wissenschaftler (VDW) hielt Carolin Schenuit einen Vortrag zum Thema "CO₂-Preis, CBAM, Energiesteuern: Mit klarer Klimafinanzpolitik zu mehr Stabilität und neuen Partnern", in dem sie die  strategische Bedeutung von konsequenter CO₂-Bepreisung analysierte und wie diese dabei helfen kann, internationale Partnerschaften zu vertiefen und vielfältiger zu gestalten.

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Anhörung zum Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG), Berlin  - 07.10.2026

Bei der Anhörung zur geplanten Änderung des Brennstoffemissionshandelsgesetzes (BEHG) im Paul-Löbe-Haus trug Florian Zerzawy unsere Kritik an der Schwächung des nationalen Emissionshandels vor. Er warnte vor dem erheblichen Vertrauensverlust bei denjenigen, die bereits in klimafreundliche Technologien investiert haben. Um vulnerable Haushalte zu schützen, brauche es vielmehr gezielte Entlastungen, die ihnen beim Ausstieg aus der „Kostenfalle Öl und Gas“ helfen.

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3. FÖS in den Medien

Wir freuen uns, dass unsere Arbeit auch immer wieder journalistisch aufgegriffen wird. Hören und schauen Sie gerne rein.  

 

The Guardian berichtet in einem Artikel über unsere Studie zur Klimawirkung besonders hoher Vermögen.  

 

Die Süddeutsche Zeitung bespricht unsere neue Studie zu klimaschädlichen Subventionen. 


Die Satire-Sendung Fun Facts greift gleich zweimal FÖS-Studien auf. Einmal unsere Studie zur Klimawirkung hoher Vermögen in einer Sendung zum Thema Vermögenssteuern, außerdem unsere Studie zu kommunalen Finanznöten in einer Folge zu dem Thema.  

In einem Gespräch mit der taz spricht Holger Bär über die vorgesehene Rolle des Klima- und Transformationsfonds (KTF) und dessen Zweckentfremdung. 

 

T-Online berichtet über unsere Studie zu den Fehlanreizen, die Energie- und Strompreissubventionen im Bundeshaushalt setzen.

 

Weitere Interviews, Artikel und Gastbeiträge finden Sie bei FÖS in den Medien.

FÖS in den Medien
 

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GESCHÄFTSFÜHRENDE VORSTÄNDIN

Carolin Schenuit

 

AUFSICHTSRAT

Kai Schlegelmilch (Vorsitzender), Andreas Burger, Tilman Eichstädt, Edgar Endrukaitis, Charlotte Kroher, Prof. Dr. Anabel Ternés von Hattburg, Peter Ugolini-Schmidt

 

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(FÖS) e.V.

Invalidenstraße 34, 10115 Berlin

Gemeinnützig zur Förderung von Wissenschaft und Forschung, Umweltschutz einschließlich des Klimaschutzes laut Finanzamt für Körperschaften I, Berlin vom 21.10.2022, Steuernummer 27/640/58099