Liebe Leserinnen und Leser,
die G20-Staaten investieren momentan Milliarden, um den Folgen der Corona-Krise entgegenzuwirken. Wohin diese Milliarden fließen, zeigt der neue Energy Policy Tracker. Unter der Mitarbeit des FÖS liefert die Website wöchentlich aktualisierte Daten und Informationen zu den klima- und energiepolitischen Maßnahmen der zwanzig wichtigsten Industrie- und Schwellenländern. Die Ergebnisse sind ernüchternd: Bislang wurden rund 204 Mrd. US-Dollar zur Förderung fossiler Energieträger bereitgestellt, wohingegen nur 139 Mrd. US-Dollar für die Förderung sauberer Energien verwendet wurden (Stand 2.9.2020). Zukunftsweisende Investitionen im Einklang mit den Klimazielen sehen anders aus. Unsere Studie im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung zeigt, dass allein im deutschen Energiesektor fossile Energieträger jährlich mit mehr als 17 Milliarden Euro subventioniert werden. Trotz zahlreicher Erklärungen Deutschlands auf nationaler wie internationaler Ebene hat in den vergangenen Jahren kein wesentlicher Abbau dieser Subventionen stattgefunden. Wie der Energy Policy Tracker zeigt, kommen – im Gegenteil – sogar neue dazu. Im Rahmen des Kohleausstiegs hat die Bundesregierung kürzlich Milliardenhilfen für Braunkohleunternehmen beschlossen. Wir haben die geplanten Entschädigungen für Braunkohlekraftwerke geprüft und fordern in einem Policy Brief, dass die 4,35 Mrd. Euro für die Finanzierung von Folgekosten gesichert werden müssen. Wie absurd einige der umweltschädlichen Subventionen sind, wird auch am Beispiel der Regionalflughäfen in Deutschland deutlich. In einer gemeinsam mit dem BUND erstellten Studie zeigen wir, dass die absolute Mehrheit der untersuchten Regionalflughäfen unprofitabel ist, über kaum einen verkehrspolitischen Nutzen verfügt und nur aufgrund der Subventionierung fortbestehen kann. Die Untersuchung stieß medial auf große Resonanz (siehe FÖS in den Medien). Unsere Jahreskonferenz zum Thema „Let’s talk about it: Erfolgreiche Kommunikation von marktwirtschaftlicher Umweltpolitik“ wird nun am 18. September 2020 von 9:30 bis 15:00 Uhr in einem Hybrid-Format virtuell und persönlich vor Ort stattfinden. Wir freuen uns über Ihre Anmeldung zur virtuellen Teilnahme per Stream und Videokonferenz – die Anzahl der Teilnehmer*innen vor Ort ist aufgrund der Corona-Präventionsmaßnahmen leider stark limitiert. Im Anschluss an die Konferenz wird die FÖS-Mitgliederversammlung stattfinden. Sofern Sie nicht schon Mitglied sind, würden wir uns sehr freuen, wenn wir Sie bis dahin noch als Mitglied begrüßen dürfen. Denn gemeinsam mit Ihnen möchten wir das bestehende Wirtschafts- und Finanzsystem ökologisch verantwortlich und sozial gerecht ausgestalten – Ihre finanzielle Unterstützung hilft uns dabei, unser Wissen an noch mehr Menschen weitergeben zu können und auch politische Vertreter*innen besser zu erreichen. Neben Ihrer Mitgliedschaft, können Sie uns auch mit einer Spende unterstützen! Ihnen wie immer eine anregende Lektüre – bleiben Sie gesund! Das FÖS-Team |